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9 Sex-Mythen unter der Lupe

Ob beim Cocktail-Abend mit den Mädels oder in der Umkleidekabine mit den Fußballkollegen - wenn es lustig wird, kommen gerne einmal schlüpfrige Witze und vermeintliche Sex-Weisheiten auf den Tisch.

Sex-Lupe

Bei Letzteren handelt es sich jedoch nicht selten um Mythen, die sich seit Generationen halten. Wir finden, dass es an der Zeit ist, einige der häufigsten Sex-Mythen mal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu prüfen, ob es sich hierbei um eine Weisheit aus dem Reich der Sagen und Legenden handelt oder ob vielleicht doch ein Funken Wahrheit dahintersteckt.

1.) Die Schuhgröße des Mannes lässt auf seine Penisgröße schließen

Wer auf großem Fuß lebt, der ist auch gut bestückt. Diese Behauptung hört man immer wieder. Der Nachweis dieser Theorie beschäftigt Forscher auf der ganzen Welt schon seit Jahrzehnten. Auch ein Zusammenhang zwischen Penisgröße und der Größe anderer Körperteile ("An der Nase eines Mannes ...") ist immer wieder Gegenstand von Studien.

Maßband1993 wollten die Forscher Simonski und Bain einen statistischen Zusammenhang zwischen der Körpergröße, Fußgröße und Penislänge gefunden haben. Die Korrelation war allerdings so winzig, dass die Forscher zu dem Ergebnis kamen, dass sich Körpergröße und Fußgröße nicht eignen, um auf die Penisgröße zu schließen. Eine Studie aus dem Jahr 2002, bei der die beiden Urologen Shah und Christopher 104 Männer untersuchen, fand schließlich auch überhaupt keine Assoziation zwischen Schuhgröße und Penislänge. Damit gehört diese Behauptung wohl endgültig zu den Sex-Mythen.

2.) Männer denken ständig an SexMännliche Karrikatur

Bei dieser Sex-Weisheit gehen die Meinungen auseinander: Die einen behaupten, Männer denken mindestens zweimal pro Stunde an Sex, die anderen meinen sogar, dass sich das starke Geschlecht alle 7 Sekunden sexy Gedanken hingibt. Wie sieht es wirklich in den Köpfen von Männern aus? Zu diesem Thema gibt es nur wenige Studien. Eine Untersuchung der Ohio State University bestätigte jedoch, dass die oben genannten Zahlen übertrieben sind. Die Forscher gaben ihren Studenten im Alter zwischen 18 und 25 Jahren die Aufgabe, ihre Gedanken an Sex, Essen und Schlafen aufzuzeichnen. Das Ergebnis: Die Männer dachten im Schnitt 19 Mal am Tag an Sex. Das entspricht etwa einmal in 90 Minuten. An Essen dachten sie 18 Mal am Tag und an Schlaf 11 Mal. Die Frauen dachten im Schnitt 10 Mal am Tag an Sex, 15 Mal an Essen und 8,5 Mal an Schlafen. Damit dürfte feststehen: Ja, Männer denken häufig an Sex, aber nicht ständig. Es handelt sich also um einen Sex-Mythos.

3.) Nur Männer haben feuchte Träume

Die meisten Männer haben in ihrem Leben schon mindestens einmal einen feuchten Traum gehabt. Dabei kommt es während des Schlafs zu einer Erektion mit Orgasmus und Samenerguss. Doch ist dieses Erlebnis nur Männern vorbehalten, wie viele Menschen annehmen? Keineswegs! Auch Frauen können feuchte Träume haben - und das sogar sehr intensiv und gar nicht so selten! In der REM-Schlafphase kommt es bei Frauen zu einem gesteigerten Blutfluss in den Unterleib, der von der Intensität her dem Blutfluss bei sexueller Stimulation entspricht. So kann es passieren, dass Frauen mitten in der Nacht aufwachen, nachdem sie unbewusst einen Orgasmus erlebt haben. Und dafür braucht es noch nicht einmal einen sexuellen Traum. Wie eine Studie von Barbara L. Welles zeigen konnte, haben 85 Prozent der Frauen im Alter von 21 Jahren schon einmal einen feuchten Traum erlebt. Die Annahme, dass nur Männer feuchte Träume haben, ist also nichts anderes als ein Sex-Mythos.

4.) Singles haben mehr und besseren Sex als verheiratete PaareSingles sind unabhängig und frei und können im Bett tun und lassen was sie wollen. Deshalb haben sie auch mehr und besseren Sex als verheiratete Paare. Oder? Währen die Begründung durchaus plausibel klingt, sprechen die Statistiken eine ganz andere Sprache. Laut einer Studie des Kinsey Instituts haben mehr als 85 Prozent der verheirateten Paare mindestens vier- bis fünfmal Sex pro Monat. Bei den Singles sind es hingegen nur 35 Prozent, die ähnlich oft zum Zug kommen. Und der Sex bei den Verheirateten soll auch noch besser sein. Gründe dafür sind das Vertrauen zwischen den Partnern, der Verzicht auf Kondome und die fehlende Angst, vom Sexualpartner Ablehnung zu erfahren. Außerdem ist es so, dass Singles häufiger mit einem fremden/neuen Partner Sex haben. Das kann spannend sein, bringt jedoch auch viel Nervosität mit sich und so endet der Sex häufig viel früher als einem lieb ist. Die Weisheit, das Singles mehr und besseren Sex haben als verheiratete Paare, können wir damit getrost im Ordner Sex-Mythen abheften.

5.) Pornos sind nur was für Männer

Sexfilme im Internet? Die sind doch nur was für Männer. Frauen würden sich so etwas Primitives doch nie ansehen! Solche Statements sind häufig zu hören, aber stimmt das wirklich? Mehrere Studien und Umfragen haben ergeben, dass Frauen ein ähnlich großes Interesse an Pornografie haben wie Männer. Mann schaut sich Porno über seinen Laptop anEine Umfrage der Frauenzeitschrift Marie Claire ergab zum Beispiel, dass eine von drei Frauen wöchentlich Pornos ansieht. 62 Prozent der Frauen konsumieren Pornografie auf ihren Smartphones und 66 Prozent sehen sich die heißen Filme nur allein und nicht mit ihrem Partner an. Was den Inhalt der Filme angeht, sind die Damen der Schöpfung gar nicht so wählerisch: Eine Studie von Meredith Chivers aus dem Jahr 2008 konnte belegen, dass heterosexuelle Frauen sich von verschiedenen Bildern wie masturbierenden Menschen, heterosexuellem Sex, sowie Sex unter Frauen und Männern erregen ließen. Was die Damen hingegen nicht erregte, waren Bilder nackter Männer. Damit ist klar: Auch Frauen gucken Pornos, womit diese Aussage, Pornos sind nur etwas für Männer, ebenfalls zu den Sex-Mythen gehört. Viele haben es auch gern, ein Sexfilmchen in privater Atmosphäre einfach selbst zu drehen. Kann sicherlich ganz aufregend sein, vor allem danach.

6.) Zu viel Geschlechtsverkehr leiert die Vagina aus

Besonders in geselligen Männerrunden kommt immer wieder die Weisheit auf den Tisch, dass die Vagina einer Frau von vielem Sex oder besonders großen männlichen Geschlechtsteilen "ausleiern" kann. Diese Behauptung ist jedoch nichts anderes als ein Schauermärchen und gehört ohne Zweifel in die Kategorie der Sex-Mythen. Streng genommen ist es sogar umgekehrt: Die Vagina ist nichts anderes als ein Muskel, der sich trainieren lässt. Mehr Sex bedeutet mehr Training, was zu einer strafferen und aus der Sicht des Mannes engeren Vagina führt. Da kein Mensch dem anderen gleicht, kann es sein, dass zwei Menschen auf den ersten Blick "inkompatibel" sind und die Vagina einer Frau zu groß für den Penis eines Mannes ist. Das führt dazu, dass beide beim Sex nicht auf ihre Kosten kommen. Hier kann Frau jedoch durch gezieltes Beckenbodentraining nachhelfen und ihre Vagina straffen.

7.) Schamhaar ist überflüssig

Frau in Höschen verdeckt ihren Intimbereich

Waxing, trimmen, rasieren - das Schamhaar ist heute ein echter Exot und wenn überhaupt, dann nur noch als rasierte Trendfrisur vorhanden. Was früher als schön galt, muss heute am besten täglich entfernt werden. Die Haare haben ja auch keinen Zweck, oder? Offenbar doch: Forscher haben herausgefunden, dass die Schamhaare als eine Art Verstärker für Pheromone dienen. Denn im Schambereich werden Lockstoffe gebildet, die sich in den feinen Haaren sammeln und so die sexuelle Anziehungskraft auf das Gegenüber erhöhen. Natürlich stets vorausgesetzt, der Sexpartner steht auf Intimbehaarung. Mit abrasiertem Schamhaar fällt die Wirkung der Pheromone schwächer aus. Klingt nach einem guten Grund, die Haare öfters mal stehen zu lassen. Und die Annahme, dass Schamhaar überflüssig ist, können wir getrost als Mythos anerkennen.

8.) Männer können unter Samenstau leidenSpermien

Tagelange Enthaltsamkeit kann bei Männern zu schmerzhaftem Samenstau führen. Dabei - so zumindest die Theorie der Männer - sammelt sich in den Hoden solange das Sperma, bis diese bis zum Zerbersten gefüllt sind und zu explodieren drohen. Auch hierbei handelt es sich um ein Schauermärchen - und manchmal sogar um einen Vorwand der Männer, um eine mitfühlende Dame zu intimen Spielen zu überreden. Tatsächlich produziert der Körper eines Mannes in den ersten fünf Tagen nach dem letzten Samenerguss größere Mengen Sperma nach. Wird dieses jedoch nicht gebraucht, werden die alten Spermien vom Körper resorbiert. Der Körper hält ein konstantes Niveau, sodass der Mann jederzeit in der Lage ist, seiner Bestimmung, ein Kind zu zeugen, nachkommen kann. Zu Schmerzen kann es aber in der Tat kommen. Allerdings haben diese nichts mit dem Sperma zu tun. Wenn ein Mann längere Zeit stark erregt ist, es jedoch nicht zur Ejakulation kommt, können Schmerzen auftreten. Dies geschieht, weil in diesem Fall die Muskulatur im Bereich der Samenleiter verkrampfen kann und dem Mann Schmerzen bereiten.

9.) Ein potenter Mann kann mehrmals hintereinander

Es ist der Traum vieler Frauen, sich die ganze Nacht mit dem Lover durch das Bett zu wühlen. Doch leider ist oft schon nach der ersten Runde Schluss. Dass Männer problemlos mehrmals hintereinander können und dies ein Ausdruck großer Potenz ist, ist leider ein Mythos. In jungen Jahren, wenn Männer den Zenit ihrer sexuellen Leistungsfähigkeit erreichen, kann es gelegentlich zu einer Extrarunde kommen. Allerdings ist auch das eher die Ausnahme. Zwar kann der Mann rein theoretisch zehn Minuten nach einem Orgasmus wieder loslegen. In der Praxis sieht es aber ganz anders aus. Der Grund dafür ist einfach und in der Evolution zu finden: Der Mann ist nicht für mehrere Orgasmen hintereinander geschaffen. Er soll sich fortpflanzen und dazu reicht eben schon eine Ejakulation. Außerdem ist der Sex für den Mann anstrengend. Er treibt den Blutdruck in die Höhe, sorgt für eine tiefere Atmung und fordert alle Muskeln im Körper. Danach braucht man(n) einfach mal eine längere Pause, um wieder Kraft zu schöpfen.

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