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Exhibitionismus - Zwischen Krankheit, Privatvergnügen und Strafbarkeit

Exhibitionismus bedeutet den Wunsch eines Menschen, sich gegenüber anderen Personen nackt zu zeigen, ganz im Gegenteil zum Voyeurismus. Der Begriff besitzt eine medizinische Komponente und wird psychologisch als Verhaltensstörung definiert. Juristisch ist dieses Verhalten strafbar - nur bei Männern - wenn es andere aggressiv belästigt. Exhibitionismus ist auch ein erotischer Spaß unter Gleichgesinnten. Lesen Sie mehr in diesem Erotik-Lexikon Beitrag.

Paar küsst sich im Bett

Verhaltensstörung

Die Psychologie bewertet die Neigung eines Erwachsenen, die eigenen Genitalien in der Öffentlichkeit vor anderen Menschen zu präsentieren, als eine Verhaltensstörung. Man spricht hier von einer Fehlentwicklung der Sexualpräferenz. Diese ist im Übrigen nicht mit dem Wunsch verbunden, in eine nähere Beziehung zu dem Betrachter zu treten. Der Exhibitionist spürt bei seinem Vorgehen eine Befriedigung und manchmal zudem eine sexuelle Erregung, die ihn zur Masturbation animiert. Exhibitionismus ist überwiegend ein Verhalten von Männern, generell jedoch nicht an Geschlecht, sexuelle Neigung oder Beziehungsform gebunden. Diese Menschen sind männlich (sehr häufig), weiblich (sehr selten), sie lieben das andere Geschlecht, besitzen aber auch homosexuelle oder lesbische Orientierungen. Exhibitionismus gibt es bei alleinlebenden Personen sowie bei Menschen, die feste Beziehungen mit intaktem Sexleben führen und Familie haben. Wichtig zu wissen ist, dass die so veranlagten Menschen so gut wie nie gewalttätig sind. Sie leben eine zwanghafte Neigung aus und versuchen, sich damit von psychischen Spannungen zu befreien. Ihre Befriedigung ziehen sie aus dem Schrecken und der Abscheu, die damit beim Zuschauer entsteht. Darin steckt auch der Schlüssel zum richtigen Verhalten für die zwangsweise zum Publikum gemachten Menschen beim Exhibitionismus: Wer gelassen reagiert und den die Geschlechtsteile entblößenden Mann auslacht, schlägt ihn in der Regel in die Flucht.

Juristische Abstufung von Straftat bis Ordnungswidrigkeit

Mann lüftet seine Lederjacke, unter der er nichts trägt

Der Gesetzgeber unterscheidet beim Exhibitionismus zwischen vielen Tatumständen und belegt sie mit unterschiedlichen Strafen. Wer sich vor Kindern entblößt, macht sich des sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig. Bei Exhibitionismus vor Minderjährigen handelt es sich um sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen. Diese beiden Delikte ziehen Geld- oder Haftstrafen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren nach sich. Lebenslänglich droht bei Sexualstraftaten nur dann, wenn Opfer dabei zu Tode kommen. Bei allen anderen Formen von Exhibitionismus geht der Gesetzgeber von einer Straftat aus, die allerdings nur Männer begehen können. Frauen lassen sich diesen Gesetzesverstoß sehr selten zuschulden kommen. Bei ihnen kann es sich nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts schlimmstenfalls um Erregung öffentlichen Ärgernisses oder eine Ordnungswidrigkeit wegen Belästigung der Allgemeinheit handeln. Für Juristen ist es bei der Beurteilung von Exhibitionismus zudem entscheidend, ob dadurch eine oder mehrere andere Personen belästigt werden. Das ist immer dann der Fall, wenn ihr Empfinden erheblich beeinträchtigt ist. Zum Beispiel, wenn ihr Schamgefühl verletzt wird, wenn sie Ekel, Abscheu oder Erschrecken empfinden. Dafür sieht der Gesetzgeber Geld- beziehungsweise Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr vor. Die Rechtsprechung definiert zudem ausdrücklich, wann der Exhibitionismus nicht strafbar ist. Das ist dann der Fall, wenn er einvernehmlich erfolgt oder beim Betrachter lediglich Interesse, Verwunderung oder Mitleid erregt. Nacktheit als Tradition und Kulturgut schützt der Gesetzgeber ebenfalls. Exhibitionismus liegt nur dann vor, wenn die Handlung der sexuellen Befriedigung dient. Die Justiz hat bei ihrer Urteilsfindung stets das mögliche Krankheitsbild im Blick. Sie überprüft die Schuldfähigkeit des Täters, weil eventuell eine seelische Belastung vorliegt.

Gesellschaftliche Tendenzen und neue Bewertungen

Wissenschaft und Politik diskutieren den Exhibitionismus stets vor den sich wandelnden gesellschaftlichen Wertvorstellungen. So wie die Homosexualität nicht mehr strafbar ist, solle auch der Exhibitionismus es nicht mehr sein, fordern manche Kräfte. Das Gegenargument lautet, dass Erwachsene - aber vor allem Kinder und Jugendliche - sehr wohl seelische Schäden erleiden, wenn sie ungewollt auf entblößte Geschlechtsteile schauen. Juristen denken über eine Herabstufung von der Straftat zur Ordnungswidrigkeit nach. Der Vorteil davon ist, dass die Täter dann nicht mehr als vorbestraft gelten, der Nachteil, dass Geldstrafen in erheblicher Größenordnung drohen. Kein Problem ist der Exhibitionismus dort, wo er in bestimmten gesellschaftlichen Szenen einvernehmlich erfolgt. Die Bandbreite reicht vom Partyspaß über den Swingerclub bis zum Datingportal. Eine juristische Bewertung wiederum ist dort notwendig, wo die Nacktheit sich öffentlich präsentiert: unter anderem beim Flitzer, der nackt über den Fußballplatz läuft. Hier liegt es im Ermessen des Veranstalters, ob er eine Anzeige erstattet oder es bei einem Stadionverbot für kurze oder längere Zeit belässt. Gleiches gilt für das Flashing, das kurze öffentliche Entblößen der weiblichen Brüste in Discotheken zum Beispiel. Ob das erwünscht ist, regelt die Hausordnung und liegt in der Verantwortung des Betreibers. Exhibitionismus ist ein Begriff, der umgangssprachlich über das sexuelle Themenfeld hinausgreift. Wenn öffentliche Personen wie Politiker oder Künstler allzu ausführlich in den Medien über ihr Privatleben berichten, kommt ebenfalls gerne der Begriff Exhibitionismus ins Spiel - ohne dass dazu sexuelle Handlungen erforderlich sind.

Paar küsst sich im Bett

Persönliche Freiheit und juristische Grenzen

Für den Exhibitionismus gibt es bei aller Freiheit und Liberalität in der westlichen Welt mit ihren offenen Wertvorstellungen klare Stoppsignale. Das zeigt ein Urteil vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der Schotte Stephen Peter Gough beschloss 2003, vom äußersten Südwesten Englands bis an die Nordostspitze Schottlands zu marschieren. Diese 1340 Kilometer wollte er nackt zurücklegen. Da machte die britische Justiz nicht mit: Sie brachte den 55-Jährigen zwischen 2003 und 2012 etwa 30 Mal ins Gefängnis, weil er mit seiner Nacktheit gegen bestehende Gesetze verstieß. Dort übrigens saß er in einer Einzelzelle, weil sich Gough auch da weigerte, Kleidung zu tragen - ebenso wie vor Gericht. Als er in Großbritannien durch alle Instanzen marschiert war und verloren hatte, zog er vor das zuständige europäische Tribunal. Der Schotte selbst argumentierte damit, er wolle mit diesem Exhibitionismus seine Überzeugung verbreiten, dass menschliche Nacktheit nicht anstößig sei. Das akzeptierten die europäischen Richter durchaus - gaben dann jedoch mit ihrem Urteil und der Begründung der britischen Justiz Recht. Ein Mensch könne nicht für sich selbst Toleranz beanspruchen, gleichzeitig aber die Gefühle anderer Personen verletzen, die seinen Exhibitionismus schockierend finden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sprach von der Verletzung guter Sitten durch Stephen Peter Gough, die in jeder modernen Demokratie anerkannt würden. Dieses Urteil bestätigt, was in der freien und liberalen westlichen Welt ebenfalls üblich ist: die Abwägung von sich widersprechenden Werten und die Entscheidung, welcher das größere Gewicht besitzt. Im Falle des schottischen Nacktwanderers unterlag der Exhibitionismus des Einzelnen dem Anspruch der Gesellschaft, vor diesem Anblick geschützt zu werden.

Geschützter Raum mit Gleichgesinnten

Wer den Exhibitionismus oder andere erotische Vorlieben, Praktiken und Phantasien gefahrlos ausleben möchte, ist beim Treffpunkt 18 an der richtigen Adresse. Das Portal mit mehreren Mitgliedern ist die ideale Gelegenheit, Sexpartnerschaften zu finden. Ob es der One Night Stand ist, der unverbindliche Seitensprung oder der regelmäßige Sex am Wochenende: Alles ist hier möglich. Und wer als Mann (oder Frau) Domina- und Sklavenerotik ausprobieren möchte, findet dafür ebenfalls Partnerin und Partner. Hier fängt die Bandbreite beim Exhibitionismus an und hört bei Sado-Masochismus und Boundage-Spielen (BDSM) noch lange nicht auf. Das Portal geht mit den persönlichen Daten der Mitglieder sehr sorgfältig um, ist absolut diskret und bringt zusammen, was zusammengehört.

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