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In 80 Orgasmen um die Welt – Der etwas andere Reisebericht

Frauenbein in Highheels steht auf Koffer

Henriette Hells Werk "Achtung, ich komme!: In 80 Orgasmen um die Welt" ist weit mehr als ein erotisches Reisetagebuch. Einerseits verheißt die Aneinanderreihung sexueller Abenteuer rund um die Welt prickelndes Lesevergnügen. Anderseits räumt die Autorin mit dem hierzulande gängigen Vorurteil zum weiblichen Orgasmus auf. Sie testete am eigenen Leib, ob und auf welche Weise sich Männer anderer Kulturen dem Höhepunkt ihrer Partnerin widmen.

Was stimmt nicht mit Dir?

Es war sicherlich gut gemeint, als ihr damaliger Freund Jaro der Autorin versprach, alles dafür zu tun, dass sie zum Höhepunkt kommt, während er rubbelnd in ihr steckt. Idealerweise würden sie gleichzeitig kommen, meinte Jaro. So wie er denken viele deutsche Männer. Wenn die Frau keinen Orgasmus bekommt, während der Mann sich in ihr um seinen eigenen Höhepunkt kümmert, müsse mit der Frau etwas nicht stimmen. Im besten Fall bemüht sich der Mann, so wie Henriettes Freund Jaro, seine Partnerin auf den Gipfel der Lust zu bringen. Im schlimmsten Fall redet die Frau sich selbst ein, dass mit ihr etwas nicht in Ordnung ist, sie vielleicht sogar frigide sei, nur weil die Rein-Raus-Nummer sie nicht in Ekstase versetzt.

Dieser Logik wollte Henriette Hell nicht folgen. Immerhin kam auch sie zum Orgasmus - wenn ihre Klitoris entsprechend stimuliert wurde. Warum sollte sie dem Mann mit ihrem Orgasmus bestätigen oder vorspielen müssen, was für ein guter Liebhaber er ist? Dazu war sie nicht bereit. Henriette Hell ging einen anderen Weg. "In 80 Orgasmen um die Welt" ist das Ergebnis ihrer Reise durch verschiedenste Länder und Kulturen. Henriettes Ziel war es, in jedem besuchten Land mit einem Mann zu schlafen. Dabei wollte sie herausfinden, ob man (und Frau) in anderen Ländern entspannter zum Höhepunkt kommen kann. Vielleicht wäre ja die selbstauferlegte Pflicht, jedes Mal auch einen weiblichen Orgasmus abhaken zu wollen, ein typisch deutsches Problem?

Dieses Buch will mehr sein als ein erotischer Reisebericht. Die Autorin hat eine Botschaft für ihre Leser, die bei vielen Männern und Frauen sehr positiv ankommt. Nicht umsonst stand "In 80 Orgasmen um die Welt" auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste.

Paar beim Kuscheln im Bett unter Moskitonetz

Sex, so bunt wie die Welt

Bausparvertrag aufgelöst, Wohnung untervermietet und One Way Flugticket nach Indien gekauft. So beginnt Henriettes Reise zum Gipfel der weiblichen Lust. Mutig machte sie sich auf den Weg, um mit einheimischen Männern in fremden Länder zu schlafen. Wie würde sich beispielsweise ein Inder, ein Tibetaner, ein Ägypter oder ein New Yorker beim Sex verhalten? Wäre der weibliche Orgasmus etwas, das einfach passiert oder ein Thema, das hinterher breit ausdiskutiert würde? All das wollte Henriette, geboren 1985, herausfinden. Sie lebt und arbeitet unter ihrem richtigen Namen in Hamburg, unterbricht ihr bürgerliches Leben aber gern für Reisen in ferne Länder.

Als sie für "In 80 Orgasmen um die Welt" loszog, wusste sie nicht, was sie erwartet. Ihre Reiseetappen hat sie allerdings bewusst so gewählt, dass sie mit dem gewohnten Leben in Hamburg möglichst wenig gemeinsam haben sollten. Gefunden hat Henriette sehr unterschiedliche sexuelle Erfahrungen. Vom Gruppensex am Himalaja bis zum herrlich sanften Liebesspiel mit einem Israeli, und auch lesbische Erfahrungen waren dabei. Sogar die Frage, ob sie frigide wäre, weil sie beim roboterhaften Rammeln ihres Partners nicht gekommen sei, musste Henriette sich gefallen lassen. Stellenweise liest sich "In 80 Orgasmen um die Welt" so, als hätte die Autorin einen harten Job gehabt. In New York fühlt sie sich benutzt, als habe sie für Abendessen, Wein und Taxi gezahlt, indem sie ihre Beine breitgemacht hat. Andere Begegnungen wünschen Sie als Leser vielleicht, selbst erlebt zu haben. Wenn Sie also gern einen Blick in fremde Schlafzimmer werfen würden, um zu gucken, wie's die Nachbarn so treiben, werden die abwechslungsreichen Erlebnisse Henriette Hells Sie bestimmt fesseln.

Schwarze und weiße Hand Formen ein Herz

Um wessen Gipfel geht es hier?

Eine Etappe ihrer Reise führte die Autorin nach Peru, wo sie nicht nur die Ruinenstadt Machu Pichu besuchte, sondern auch auf dem Inka-Pfad den sogenannten Dead Womans Pass bezwang - in 4.200 Metern Höhe. Falls das für Sie jetzt nach dem idealen Ort klingt, um auch den weiblichen Gipfel der Lust zu erreichen, vergessen Sie's! Stattdessen bekam Henriette Hell die Höhenkrankheit, die sich, wenig erotisch, unter anderem in Durchfall und Erbrechen äußerte. Überhaupt berichtet die Autorin sehr realitätsnah von ihren Reiseetappen, Land und Leuten und den Begegnungen mit den unterschiedlichsten Männern. Auch Beispiele wie Steve aus New York sind eher abtörnend und werden wohl bei keinem Leser ein Prickeln auslösen.

Zwar gibt es auch Passagen, wo es zwischen den Zeilen erotisch knistert. Größtenteils aber liest sich "In 80 Orgasmen um die Welt" wie ein Reisebericht, verfasst in normaler nüchterner Alltagssprache. Das Buch wurde nicht mit dem Ziel geschrieben, Ihnen prickelndes Lesevergnügen zu verschaffen. Um Sie in erotische Stimmung zu bringen, sind andere Bücher besser geeignet. Hier geht es in erster Linie um den weiblichen Orgasmus. Immerhin "kommt" Henriette auf ihrer Weltreise mehrfach. Allerdings keine 80 Mal und sie bereiste auch nicht 80 verschiedene Länder. Ihre Erkenntnisse hat sie am Ende jeder Etappe in wenigen Stichpunkten zusammengefasst.

Sie werden beim Lesen feststellen, dass die Autorin im Verlauf ihrer Expedition selbstbewusster geworden ist. Und vielleicht wird dieses sexuelle Selbstbewusstsein auch auf Sie übergehen. Dann fragen Sie sich: Orgasmus? Warum nicht! Aber eher Kür als Pflicht. Hauptsache, Spaß beim Sex! Damit hätte die Autorin ihr Ziel erreicht, das sie sich beim Schreiben dieses Buches gesetzt hatte: Den weiblichen Orgasmus nicht mehr erzwingen oder vortäuschen zu müssen. Stattdessen sollte jede Frau die Freiheit haben, einen Orgasmus zu erleben, mit wem, wann, wo und wie es ihr gefällt.

Wir wünschen Ihnen angenehme, befreiende Lesestunden mit "In 80 Orgasmen um die Welt" von Henriette Hell.

Hat Sie die Lust am Lesen gepackt?

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