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Haben intelligente Menschen wirklich mehr Sex?

Frau küsst Mann in Nerd-OutfitWenn Sie mehr Sex haben als Ihre Nachbarn, sich gelegentlich heimlich einen Joint gönnen und gern mal bis spät in die Nacht vor dem Fernseher kleben bleiben, könnte es sein, dass Sie zu den intelligenteren Vertretern der Menschheit gehören. Laut dem britischen Online-Magazin Esquire ist dies sogar wissenschaftlich bewiesen.Die Schlagzeile „Smarter people stay up later, do more drugs and have more sex. It's science.“ des Esquire-Magazins machte 2014 die Runde. Übersetzt heißt die Überschrift: „Intelligentere Menschen bleiben länger auf, nehmen mehr Drogen und haben mehr Sex. Es ist Wissenschaft.“ Doch so richtig wissenschaftlich fundiert, wie es der Titel behauptet, ist das Ganze bei näherer Betrachtung dann doch nicht.

Elite-Studenten und ihre Sex Toys

Dass die Schlauen im Bett aktiver sind, leitet das britische Magazin aus folgender Untersuchung her: Um herauszufinden, wie es um das Konsumverhalten britischer Studenten in Sachen Sex Toys bestellt ist, gab der in Großbritannien ansässige Online-Händler Lovehoney eine Untersuchung in Auftrag. Man wertete Verkaufszahlen aus und analysierte Daten, die Studenten verschiedener Elite-Universitäten zur Verfügung gestellt hatten. Die Einrichtungen Oxford und Cambridge schnitten dabei am besten ab. Sie gaben mehr Geld für Vibratoren, Soft Bondage und Co. aus als Studenten anderer Unis. Um einen wirklichen IQ-Vergleich zwischen Lustspender-Konsumenten ging es dabei also gar nicht erst. Was die Oxford- und Cambridge-Zöglinge nun genau mit den erworbenen Sexspielzeugen anstellen, geht ebenfalls nicht aus der Studie hervor. Mann zupft Gummipuppe an den Nippeln Lovehoney selbst wertet die Ergebnisse der Untersuchung lediglich als Beweis dafür, dass Personen mit höherem IQ – also einem Top-Elite-IQ – im Bett interessierter, offener und experimentierfreudiger sind als solche, die es nur an eine normale Elite-Uni geschafft haben.

Psychoaktive Drogen – Die eignen Grenzen überwinden

An dieser Aussage scheint ein bisschen mehr dran zu sein. So bezieht sich Esquire hierbei auf eine Studie des Sozialpsychologen Satoshi Kanazawa. In den Untersuchungen fand man heraus, dass Menschen mit hohem IQ (ab 125) zu einem höheren Drogenkonsum neigen als weniger intelligente. Die Erklärung: Je schlauer ein Mensch ist, desto eher riskiert er was. Außerdem steigt mit dem IQ auch das Bedürfnis danach, bestehende Grenzen zu überschreiten, auch die der eigenen Wahrnehmung. Comicfigur mit Joint im MundWenn Menschen bereits in der Kindheit überdurchschnittlich klug sind, besteht eine bis zu 50% höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie bis zu ihrem 30. Lebensjahr schon mehrfach einen Joint geraucht oder eine Line gezogen haben. So das Ergebnis der Langzeitstudie.

Eule oder Lärche? - Schlaue gehen später schlafen

Tatsächlich sind die Eulen meist schlauer als die Lärchen. Soll heißen: Menschen mit einem höheren IQ gehen später schlafen als jene mit einer niedrigeren Intelligenz. Dies fanden Forscher heraus, die ebenfalls während einer Langzeitstudie das Zubettgeh-Verhalten US-amerikanischen High-School-Schüler untersuchten. Der Grund sei ähnlich wie bei der Drogen-Studie ein Handeln gegen die Norm. Kürzer fiel der Schlaf der smarteren High-School-Kids hingegen nicht aus. Den verpassten Schlaf holten sie am Wochenende mit einer Extraportion nach. In allen Punkten liegt das Esquire Magazin also doch nicht falsch. Frau schläft sitzend am Tisch ein über einem Stapel Bücher Zumindest gehen schlauere Menschen tatsächlich später ins Bett und experimentieren gern mal mit Drogen rum. Ob sie hingegen auch mehr Sex haben, bleibt fraglich. Vielleicht haben sie den besseren Sex, da sie offenere sind für Neues und vor ausgefallenen Sex Toys nicht zurückschrecken. Um das herauszufinden, braucht es wohl eine weitere Studie.

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