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Jeff als Werbeparodie

Die Jeff-Werbespots für Treffpunkt18 sind mittlerweile aus der deutschen Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken. Auch international laufen die Clips hoch und runter. Da war es nur eine Frage der Zeit, dass jemand eine Parodie darauf macht. Der Cartoonist und Filmemacher Ralph Ruthe hat sich Jeff vorgeknöpft.

Männliche Comic-Figur öffnet sein Hemd

Im echten Treffpunkt18 Werbefilm klappert der Mann, dessen Namen sich die Frauen partout nicht merken können, mehrere Wohnungen eines Mietshauses ab und sammelt seine Klamotten ein. Ganz offensichtlich hat er die Nacht mit deren Bewohnerinnen verbracht. Die Damen liegen noch verschlafen in den Federn und lächeln ihm vielsagend zu. Man könnte schon meinen, der Satz aus dem ersten Treffpunkt18 Spot, der sich in den Köpfen der Zuschauer eingeprägt hat, bleibt im aktuellen Werbefilm aus. Doch in letzter Sekunde steckt eine kesse Blondine den Kopf aus dem Fenster und ruft dem jetzt angezogenen und auf der Straße angekommenen Frauenschwarm die Frage hinterher, die ebenfalls schon jeder kennt: „Musst du schon gehen, Marc?“ Die Antwort, die der smarte Womanizer darauf gibt - man ahnt es schon -, lautet natürlich: „Jeff, ich heiße Jeff!“

Mittlerweile gibt es einen neuen Treffpunkt18-Spot, in dem Jeff prominente Gesellschaft von Model und It-Girl Gina-Lisa erhält. Und wer hätte es gedacht: Auch hier kommt es zur Namensverwechslung.

Die Jeff-Werbefilmparodie

Mit seinen Comic-Zeichnungen hat sich der Musiker, Autor, Cartoonist und Regisseur Ralph Ruthe schon lange einen Namen gemacht. Seine skurrilen Cartoons, die oft von einer großen Brise schwarzem Humor gekrönt werden, sind allgegenwärtig in Form von Postkarten, Büchern und T-Shirts. Häufig sind sprechende Tiere die Hauptfiguren in seinen Comics, auch der Tod höchstpersönlich taucht immer wieder auf, um seine Arbeit zu erledigen. In den 90ern zeichnete Ruthe für das MAD-Magazin und schrieb Texte für Käpt'n Blaubär. 1996 veröffentlichte er sein erstes Buch „Schweinskram“. Seit 2003 konzentriert sich der gebürtige Bielefelder auf seine Cartoon-Serien „Shit Happens!“ und „Flossen“. Daneben hat er mit seiner Serie „Frühreif“, in der es um die alltäglichen Erlebnisse eines schwer pubertierenden Jungen geht, viele weitere Fans dazugewonnen.

Auch seine Filme versprechen eine Menge gute Unterhaltung und sorgen für reichlich Gekicher und Lachsalven bei den Zuschauern. Seit einiger Zeit widmet sich Ruthe dabei u. a. dem Thema Werbespots und kreiert treffende Parodien zu den bekanntesten Clips im deutschen Fernsehen. Darunter auch der Jeff-Spot von Treffpunkt18. In der 5. Folge seiner Werbeparodien taucht unverkennbar der gutaussehende Frauenschwarm als Comic-Figur auf. Dunkle Haut, ein muskelbepackter Oberkörper und ein paar Haarstoppel auf dem Kopf verraten, um wen es sich hier handelt.

Die Nachahmung beginnt genau wie der echte Werbefilm: Jeff wacht auf und pellt sich aus dem Bett, neben ihm liegt eine breit grinsende Blondine. Er zieht sich die Boxershorts an und verabschiedet sich mit einem vielsagenden Lächeln. Danach sieht man ihn kurz durchs Treppenhaus des Mietshauses huschen und wie er direkt in die nächste Wohnung schlüpft. Dort erwarten ihn schon seine Jeans und die nächste Dame. Diesmal eine Brünette, der man an der dämlich heraushängenden Zunge ansieht, dass sie noch immer ziemlich scharf auf den heißen Comic-Jeff ist. Zum Abschied zwinkert sie ihm zu, er antwortet mit einem beidseitigen Augengeklimper. Nun folgt die letzte Wohnung einen Stock tiefer. Zuerst wird nur das T-Shirt am Boden gezeigt, neben dem ein rosafarbener BH liegt. Der Zuschauer ahnt noch nicht, mit welcher Schönheit der Schürzenjäger in dieser Wohnung letzte Nacht seinen Spaß hatte. Die Einstellung schwenkt zum Bett und hier wartet sie schon: eine Ziege. Zur Untermalung der unangenehmen Erkenntnis reißt die Musik an dieser Stelle plötzlich ab und man sieht Jeff, dem langsam das Grinsen vergeht. Der Schreck steht ihm stattdessen ins Gesicht geschrieben. „Mähäää“, begrüßt ihn die weiße Geiß. Ausnahmeweise kann sich ein von Ruthe geschaffenes Comic-Tier hier mal nicht artikulieren, sondern gibt die von einer Ziege gewohnten Töne von sich. Jeff steht offensichtlich unter Schock und reagiert wie in Trance, indem er den einzigen Satz sagt, den man ihn in der Werbung jemals hat sprechen hören, „Jeff, ich heiße Jeff.“ Was nun genau zu dieser Situation geführt hat, erfährt der Zuschauer zum Glück nicht mehr, denn an dieser Stelle ist der Clip zu Ende. Im Abspann folgt die aus den echten Spots bekannte Einblendung: „Finde alle Dates in deiner Nähe!“ sowie eine Angabe der Treffpunkt18-Homepage.

Weitere Werbeparodien von Ralph Ruthe

Auch die Parodien zu anderen Werbespots sind Ruthe extrem gut gelungen. Gern vermischt er gleich mehrere Produkte in einem Clip. So rappt ein Friedrich Liechtenstein als Comic-Figur nicht über den supergeilen Edika-Markt, sondern mit unüberseh- und hörbaren Anspielung auf den bekannten Werbespot geht es hier um Rügenwalder Mühlenwurst. In einem anderen Clip ist dem armen M&M's Dragee mit dem angebissenen Kopf nur noch durch ratiopharm-Medikamenten zu helfen. Die Themen und Ideen gehen dem Cartoonisten dabei nie aus. Ganz im Sinne des derzeitigen Retro-Hypes wirft er in der 4. Reihe seiner Werbeparodien eine Blick auf die Spots der 90er Jahre. Hier müssen der Kellogg's-Tiger, die Calgonit-Nachbarin und – besonders gut gelungen – ein bekiffter Schwäbisch Hall Fuchs für die Verulkung herhalten.

www.ruthe.de