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Lumbersexual - geballte Manneskraft trifft auf Karohemd und Vollbart

Mann mit Vollbart hält sich Axt vor dem Bart

Der Hipster dürfte Ihnen ein Begriff sein, selbst wenn Sie selbst keine Lust haben, sich aktuellen Modetrends oder Hypes anzuschließen. War er lange das Sinnbild der Gesellschaft, wird er jetzt von einem ganz neuen Trend verdrängt! Absofort ist es der Lumbersexual, der an Erotik kaum mehr zu überbieten ist und der sich die gierigen Blicke der Frauen einheimst. Das beste ist, dass jeder Mann zum Lumbersexual werden kann, es braucht dazu nicht viel.

Was macht einen Lumbersexual aus?

Zum Hipster werden war in der Vergangenheit nicht schwer, vorausgesetzt man mochte gepflegte Bärte, Brillen und Smartphones. Doch wie sieht es mit der Verwandlung zum Lumbersexual aus? Atmen Sie auf, es ist fast noch leichter diesem neuen Trend nachzufolgen, als zum Hipster zu werden. Der Lumbersexual fällt vor allem dadurch auf, dass er Holzfällerhemden trägt, und zwar aus Flanell. Alternativ geht natürlich auch ein anderer Stoff, aber echte Trendsetter schwören auf das wärmende Flanell. Des Weiteren trägt ein Lumbersexual immer und überall Outdoor-Schuhwerk, feine Lackschuhe oder Sneakers sind absolut out. Eines der markantesten, weiteren Erkennungsmerkmale ist jedoch der verwilderte Bart, der auf keinen Fall im Gesicht eines Lumbersexuals fehlen darf. Mindestens vier bis sechs Wochen darf der Bart keinen Rasierer zu Gesicht bekommen, nur dann wirkt der Lumbersexual authentisch und kann seine Magie auf Frauen ausüben. Sie sehen also selbst, der Trend geht nicht zur Moderne, sondern Back to the Roots zu einem Kleidungsstil, den Männer vor 30 Jahren schon einmal trugen. Wir haben es also immer gewusst und gute Gründe dafür gehabt, warum wir unsere verschmähten Holzfällerhemden nur ganz hinten im Schrank verstaut und nicht weggeworfen haben. Übrigens, der Lumbersexual ist keineswegs unmodern, auch wenn seine Kleidung darauf schließen lässt. Er ist kernig und urig, aber sein Smartphone darf natürlich trotzdem nicht fehlen. Selbstverständlich ist er auch ein Sapiosexueller, ein intelligenter Mann, der stets weiß was er will.

Was reizt Frauen an diesen Männern?

Bärte kratzen beim Küssen und unter dem Flanellhemd zeichnen sich so gar keine Muskeln ab, wie die eines Bodybuilders beispielsweise. Was also reizt die Frau von heute an einem Lumbersexual? Es ist die Kombination aus Raubein und Charmebolzen, die den neuen Trendmann so begehrt macht. Der Name Lumbersexual stammt übrigens vom englischen Lumber (Holzfäller) ab und signalisiert genau das, war Frauen von einem Trendmann erwarten. Er muss kräftig sein, zupacken können und zahlreiche Talente haben. Ein Baumstammweitwurf sollte für den neuen Lumbersexual kein Problem sein, ebenso fällt er natürlich den Christbaum fürs Weihnachtsfest selbst. Doch neben seiner rauen Schale lieben die Frauen an diesem Typ Mann vor allem das weiche Innere. Der Lumbersexual erinnert optisch zwar an einen Sammler und Jäger aus früheren Zeiten, nahrungsmitteltechnisch ist er aber das glatte Gegenteil. Vegan ist das neue Fleisch, so lautet das Motto des lumbersexuellen Mannes. Er ernährt sich bewusst, gesund und achtet auf seinen Körper.

Mann trägt Baumstamm

Letzteres ist auch bitter nötig, denn aufgrund der verringerten Eiweißzufuhr bei der veganen Ernährung verliert er sonst schnell die Muskeln, die es zum ausfüllen des neuen Holzfällerhemdes braucht. Haben vor zehn Jahren die Damen noch äußert kritische Ansprüche an ihre Liebhaber gestellt und wollten den Bart am liebsten dauerhaft aus dem Gesicht des Liebsten verdrängen, reizt heute das Kernige am Mann. Back to the Roots, einfach wieder Mann sein und dabei auch noch der Frauenliebling werden? Warum nicht! Gefühle hat er übrigens auch, der Lumbersexual, er ist also keineswegs so hart wie er aussieht. Im Gegenteil, er ist charmant, zuvorkommend und hat natürlich nicht vergessen, dass Frauen gern die Tür aufgehalten bekommen und im Restaurant nur ungern die Rechnung bezahlen. Ganz so back to the Roots muss es dann nämlich doch nicht sein für die Damenwelt.

Patricks (30) neuer Wandel

Lumbersexueller Mann

Er tritt uns mit einem verschmitzten Lächeln gegenüber, Patrick, der Mann den man einen Lumbersexual nennt. Erkennen kann man vom Lächeln allerdings nur die Andeutung, denn die Lippen sind nahezu vollständig unter dem üppigen Rauschebart versteckt. Immerhin hat er keine Probleme im Winter einen Job als Weihnachtsmann zu bekommen, bei der Behaarung. Gut sieht es aus, wie er in seinem weiten Holzfällerhemd, den lässigen Cargoshorts und den festen Boots uns gegenüber Platz nimmt und seinen Rucksack neben den viel zu modernen Sessel fallen lässt. Ein Baumstamm als Sitzgelegenheit hätte wesentlich besser gepasst finden wir. Patrick hat in den letzten Jahren viele Trends mitgemacht, jetzt ist er eben ein Lumbersexual. Freimütig erzählt er davon, wie alles mit dem Trend der Metrosexualität anfing. Er war jung, er wollte im Trend liegen, also begann er die Gesichtscremes seiner Freundin zu benutzen, enthaarte sich die Beine mit Wachs und war peinlich darauf bedacht, den Bart niemals länger als 24 Stunden wachsen zu lassen. Outdoor-Kleidung gab es nicht, stattdessen waren die Anzüge maßgeschneidet, die Sonnenbrille von Marke und das Smartphone vor allem im Trend. Metrosexualität war ja so in! Dann der Wechsel, aus Patrick dem Metrosexuellen wurde der Hipster, denn natürlich durfte er auch diesen Trend nicht verpassen. Endlich wieder Bart und die lästigen Kontaktlinsen konnten auch gegen eine schicke Hornbrille getauscht werden. Als Hipster hatte man es leicht, man lag im Trend, die Frauen waren begeistert und man konnte tatsächlich ökologisch leben, ohne zu einer Randgruppe gezählt zu werden. Doch auch die Zeiten sind für Patrick wieder vorbei, denn jetzt ist er ein Lumbersexual. Strahlend erzählt er von seiner Verwandlung, die eigentlich nur aus einem Klamottentausch bestand. Günstig ist sie, die neue Mode und sie ist einfach bequem, so der 30-jährige Lumbersexual. Die Frauen lieben es, verrät er uns, bevor er seinen Rucksack schultert und von dannen zieht.

Lisa (20) steht voll auf den Lumbersexual

Als wir die kleine, zierliche Lisa sehen können wir gar nicht glauben, dass sie einen Lumbersexual zum Freund hat. Wie das wohl aussehen mag, wenn die gerade mal 1,55 m. große Frau neben ihrem 1,90 m. großen Freund im Holzfällerstyle durch die Stadt läuft? "Ich liebe alles an ihm, auch seine Tattoos", verrät uns die junge Blondine, deren Augen beim Gedanken an ihren Freund bereits strahlen. Natürlich wollen wir wissen, was den Lumbersexual so begehrenswert macht und hier bekommen wir prompte Antworten. Es sei seine männliche Ausstrahlung, gepaart mit dem Wissen, dass nicht wirklich ein Waldschrat unter den Klamotten steckt, sondern ein moderner Mann, der natürlich gepflegt ist. Also darf es doch ein bisschen Intimrasur sein? Wenn es nach der Meinung von Lisa geht, dann schon. Junger Mann mit Vollbart, Karo-Hemd und SonnenbrilleSie erzählt uns, dass es das kernige Aussehen eines Lumbersexual ist, dass sie besonders anziehtund mit welchen sie schon des Öfteren erotische Abenteuer erlebt hatte. In seiner Gegenwart fühlt sie sich sicher und geborgen, kann das Ruder aus der Hand legen. Außerdem wirke die männliche Optik sehr erotisierend verrät sie uns mit einem scheuen Lächeln. Wenn ihr Freund langsam die Knöpfe seines Holzfällerhemds öffnet und dabei ein wenig durch seinen verwegenen Bart wuschelt, kribbelt es bei ihr nicht nur im Bauch. Ein Trend, der all die Jahre an uns vorbei gegangen ist, fragen wir nach, doch sie schüttelt den Kopf. Die Zeit war noch nicht reif für den Lumbersexual, die Frauen mussten erst eine Menge anderer Typen ausprobieren bevor sie wussten, was sie eigentlich wollten, nämlich einen Mann wie die Natur ihn geschaffen hat. Also war die ganze Reise von Metrosexualität, über Hipsterdasein, bis hin zum Lumbersexual eigentlich nur eine Selbstfindungsphase der Frau, die sich am Ende doch für die Urform des Mannes entschied? Lisa nickt und lächelt dabei ihr scheues Lächeln. Ihr erster Freund war Metrosexuell und hat morgens länger im Bad verbracht als sie, dass ging gar nicht. Und mit einem Hipster wollte sie auch nicht zusammen sein, sie mag nämlich keine Brillen. Hoffen wir für sie, dass der Lumbersexual Trend lange anhält und sie sich noch lange an ihrem Freund erfreuen kann.

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